Bin ich zu sensibel?
Ich musste früh lernen, zwischen den Zeilen zu fühlen.
Als Kind entwickelte ich ein feines Gespür für Stimmungen.
Nicht als Talent, sondern aus Notwendigkeit.
Ich spürte, wie die Atmosphäre zu Hause war – und manchmal sogar, wie sie sein würde.
Dieses ständige Wahrnehmen war anstrengend.
Ich wurde schneller erwachsen, übernahm Verantwortung, die eigentlich nicht meine war.
Ich funktionierte. Ich passte mich an. Ich hielt aus.
Und gleichzeitig wuchs etwas in mir: eine tiefe Empathie.
Eine Sensitivität, die alles wahrnimmt.
Hochsensibilität.
Ob sie schon immer da war oder sich erst durch meine Kindheit entwickelt hat, kann ich nicht sagen.
Aber ich weiß: Sie hat mir geholfen zu überleben.
Lange wusste ich nicht, wie ich das einordnen soll.
Erst als Erwachsene lernte ich Begriffe dafür kennen.
Und langsam begann ich zu verstehen: Das, was ich als „zu empfindlich“ erlebt hatte, war in Wahrheit eine besondere Fähigkeit.
Irgendwann traf ich eine mutige Entscheidung und veränderte meinen beruflichen Weg.
Heute nutze ich meine Fähigkeiten und begleite Menschen, die auf der Suche nach sich selbst sind und wieder in Verbindung mit sich kommen möchten.
Die spüren, dass da mehr ist – aber noch nicht wissen, wie sie dorthin kommen.
Die herausfinden wollen, welcher Weg wirklich ihrer ist.
Ich weiß, wie es sich anfühlt, sich anzupassen, um sicher zu sein.
Und ich weiß, wie kraftvoll es ist, sich selbst wiederzufinden.
Was früher meine Überlebensstrategie war, ist heute meine Berufung.
Was früher Schutz war, ist heute mein Werkzeug.
Was früher Anpassung war, ist heute Bewusstsein.
Und genau darin liegt meine Kraft.
Sensibilität ist keine Schwäche.
Sie ist ein Tor zu Tiefe, Klarheit und echter Verbindung – wenn wir lernen sie als Kraft zu nutzen.
Wenn du dich in diesen Zeilen wiedererkennst:
Was wäre möglich, wenn deine Sensibilität nicht länger Schutz, sondern Kraftquelle wäre?
Kontakt
Cynthia Felsner
Coaching und Feinstoffpraxis Bleichstraße 36, 32051 Herford
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